So, nach einigen Anläufen habe ich es nun mal endlich in Angriff genommen. Nachdem ich letztes Jahr auch selbstmachtechnisch auf den Rauchbiergeschmack gekommen bin (als Konsument hat mich bereits vor einigen Jahren das gute Schlenkerla überzeugt) und außerdem noch sackweise Weizenmalz übrighabe, jedoch zur Zeit so gar nicht den Geschmack für simples Weizenbier habe, kam mir schon vor einer Weile die Idee, ein deftiges Rauchweizen zu machen.
Mit etwas Glück habe ich sogar beim Einkauf von Räuchermehl gleich noch einen kleinen Räucherofen aus Blech quasi dazubekommen. Der ist eigentlich für Fisch und dergleichen gedacht, und hat drei Einlegeroste, an die ich mit simplen Mitteln ein Netz aus Fliegendraht (Alu) gebastelt habe. Eigentlich wollte ich nach der überall beschriebenen Bierdeckelmethode (Bierdeckel zu einem Kamin knicken, anzünden, in das Räuchermehl stellen) vorgehen, das hat aber außer etlichen Versuchen und nur minuten haltendem kaltem Rauch nichts gebracht. Also habe ich dann doch die unten vorgesehene Glutschublade mit Holzkohle befüllt, angeheizt und in den Räucherraum das Mehl einfach reingestellt.
Das hat gut geklappt, das ganze dampft (natürlich auf dem Balkon) fröhlich vor sich hin und überall riecht's nach Schwarzwaldschinken. (Fällt hier in der Gegend zum Glück nicht so auf ;-)) Eine Fuhre Malz ist schon fertig geräuchert und riecht tatsächlich schön deftig (und vor allem wesentlich deftiger als das, das ich mal vor ner Weile bei einem Hobbybraubedarfshändler bekommen habe). Gebraut wird in zehn Tagen, hoffe, diese Zeitspanne ist gut gewählt um das Malz abzulagern.
Da ich Schlenkerla mag, werde ich auf jeden Fall mal die 55% Weizen komplett geräuchert zugeben. Ich überlege noch, ob ich nicht sogar die restlichen Gerstenanteile auch räuchern soll. Wer vom Ergebnis kosten will: Wenn's vertretbar ist, werde ich das Ergebnis in Form eines vollen Fasses mit nach Tettnang nehmen und dort ausschenken (lassen). :-)
Ich bin also. Braue ich?


